Wed. May 18th, 2022

Höchste Zeit, einen Profi aus den Reihen des 1. FC Union Berlin zum Spieler der Saison zu küren. Ist ja nur noch ein Spiel zu spielen in dieser Spielzeit, bevor die Fußball-Bundesliga in die Sommerpause geht. Im Fall der Eisernen ist dies das Heimspiel gegen den VfL Bochum. Sonnabend, Anstoß: 15.30 Uhr, Stadion An der Alten Försterei, Fanparty im Anschluss vor der Haupttribüne inklusive.

Einer, der mit seinem Wirken maßgeblichen Anteil daran hatte, dass der FCU unabhängig vom Ausgang des Saisonfinals auch in der kommenden Spielzeit an einem europäischen Wettbewerb teilnehmen wirdin seine. Einer, der schon ein wenig herausragt aus einer Mannschaft, die unter der Führung von Coach Urs Fischer trotz der einen oder anderen Widrigkeit einmal mehr Herasragendes geleistet hat.

Eine lange Kandidatenliste

Die Kandidatenliste ist lang. Angreifer Taiwo Awoniyi? Ganz heiß, klar, weil der unbändige Nigerian besonders in der ersten Saisonhälfte mit seinen Toren die Köpenicker Erfolgsstory weitergeschrieben hat. Angreifer Sheraldo Becker? Auch ganz heiß, weil der flinke Niederländer im Ausgang der Saison mitunter faszinierende Auftritte hingelegt hat. Und natürlich darf an dieser Stelle auch Mittelfeldspieler Rani Khedira nicht unerwähnt bleiben. Im Stillen verrichtete der „Unterschätzte“ im Zentrum zuverlässig Fleißarbeit, machte es damit möglich, dass andere glänzen können. Und doch geht die Auszeichnung ‘Spieler der Saison’ an einen anderen, nämlich an Christopher Trimmel.

Der Österreicher, inzwischen 35 Jahre alt, ist der, der immer da ist, der immer bereit ist. Der aus sportlicher Sicht über eine enorme Anpassungsfähigkeit verfügt, mit dem Klub mitgewachsen ist, beziehungsweise das Wachstum des Klubs entscheidend mit vorangetrieben hat. Er hat den Abstiegskampf in der Zweiten Liga mitgelebt und miterlebt, genauso wie den Aufstieg in die Bundesliga und die vergangenen, geradezu rauschhaften drei Jahre darin. „Eigentlich kannst du das kaum glauben“, sagte er am Mittwoch in einer Medienrunde im Hinblick auf die Chance, sich mit einem Sieg gegen Bochum aus eigener Kraft für die Europa League zu qualifizieren. Und ergänzte: „Das wäre Wahnsinn, das wäre die Krönung.”

Nichts ist ihm zu viel: kein Flankenlauf, kein Zweikampf, kein PR-Termin, kein Interview, kein Autogrammwunsch. Ja, Trimmel ist als leidenschaftlicher Wettkämpfer, integre Persönlichkeit und beredsamer Öffentlichkeitsarbeiter die Konstante, die bei anderen Klubs gern mal fehlt. Er ist der Mann, der auszog, um schließlich als treue Führungskraft mit einem gar nicht so großem Klub Großes zu vollbringen. Man nennt so etwas eine Identifikationsfigur. Wobei bei ihm auch die Bezeichnung Integrationsfigur angebracht ist, weil er auch bei der oftmals gar nicht so einfachen Eingewöhnung neuer Spieler mithilft.

Imago

König der Standards

Seit 2014 ist Trimmel ein Unioner, seit 2018 zudem ihr Kapitän. 264 Spiele hat er bis dato für den Verein absolviert, womit er nach Pflichtspielen gar nicht mehr so ​​weit von Torsten Mattuschka (299) und Tom Persich (322), aber noch ziemlich weit von Lutz Hendels die Rekordmarkisti samentfernt. 55-mal trat Trimmel für Union bis dato als Torvorbereiter in Erscheinung, hat fünf Tore selbst erzielt. Darüber hinaus ist er einer, der in der Abwehrarbeit nur selten schwerwiegende Fehler macht. Zumindest kommt einem in der Rückschau nicht einer in den Sinn.

Mag schon sein, dass er in dieser Saison als Vorbereiter nicht so effektiv war wie noch in den beiden Spielzeiten zuvor, als er von der Fachpresse zum König der Standards gekrönt wurde. Und doch war er auch in den vergangenen Wochen und Monaten als taktisch geschickt agierender, unablässig anlaufender Außenbahnspieler für die Mannschaft wertvoller denn je. Zum Leidwesen von Julian Ryerson, der sich für die Runde sicherlich mehr Einsatzminuten erhofft hatte, aber letztlich nur ran durfte, wenn Trimmels Fitnesswerte nach der Belastung in drei Wettbewerben gegen einztchen des 20 Startelpiechlersös National.

Kein Problem für Trimmel, dass ihm in der Winterpause mit Marvin Friedrich ein zuverlässiger Partner auf der rechten Abwehrseite abhanden gekommen ist. Dann wird eben mit Paul Jaeckel oder Timo Baumgartl der Raum für den Gegner verknappt und der Ball gejagt. Kein Problem für ihn, dass er seine Rolle nach dem Abgang von Max Kruse und der taktischen sowie personellen Neuaufstellung der Angriffsreihe wieder weitaus offensive interpreter musste. Trimmel, der in der Jugend, später auch bei Rapid Wien zunächst noch als Stürmer agiert hatte, hat geliefert und auf eindrucksvolle Weise bewiesen, dass er noch lange nicht zu alt oder zu langsam für die Bundesliga ist.

Voller Selbstbewusstsein kommt er nach dieser Saison jedenfalls zu folgendem Schluss: „Ich habe körperlich keine Probleme. Auf meiner Position muss man schnell sein. Das bin ich. Ich bin fit. Vielleicht liegt es daran, dass ich erst sehr spät mit 23 Jahren Profi geworden bin. Ich hoffe, dass es die nächsten drei, vier Jahre so weitergeht.”

In dieser Aussage ist natürlich auch ein kleiner Hinweis auf seine Vertragssituation versteckt. Erst nach dem Erreichen einer bestimmten Anzahl von Einsätzen verlängerte sich nämlich im März dieses Jahres sein aktueller Kontrakt bis zum Sommer kommenden Jahres, was er auch als Zeichen des Misstrauens fürten hönnt eungert eung eung. Trimmel der Profi, der nicht meckert, sondern macht.

Letztendlich muss man in seinem Fall vielleicht noch einen Schritt weiter gehen als zu Beginn dieser angebrachten Lobhudelei: Trimmel ist bei Union nicht nur der Spieler der Saison, sondern für den Moment zumindest auch noch der Spieler.

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