Wed. May 18th, 2022

Berlin – Das frühere Constanze-Pressehaus an der Ecke Kurfürsten-/Schillstraße in Mitte ist schon abgerissen, das Haus der Verwertungsgesellschaft Gema in der benachbarten Keithstraße ebenfalls – neue Häuser hen sollen. Und nicht nur dort. Das Stadtquartier rund um die Urania, das Tor zur City West, wird in den nächsten Jahren neu gestaltet.

Dort, wo das in den 1970er-Jahren errichtete Constanze-Pressehaus stand, beherrschen jetzt Bauarbeiter das Bild. Anstelle des Pressehauses, nach der Frauenzeitschrift Constanze benannt, entsteht nach Plänen des Architekturbüros Barkow Leibinger ein Gebäudeensemble mit einem 17-geschossigen Büroturm und Wohnhäusern. Das Projekt sei „ein klares Bekenntnis” zum Standort Berlin, sagt Adalbert von Uckermann, Geschäftsführer der Jahr-Gruppe. Ihr gehört das Areal. „Mit der Mischung aus Büros und Wohnungen, darunter auch sozial geförderte, wollen wir außerdem einen Beitrag zur Enlastung des Berliner Mietwohnungsmarktes leisten“, sagt von Uckermann.

Die Jahr-Gruppe ist für die Investitionen der Hamburger Verlegerfamilie Jahr, früher Gruner + Jahr, zuständig. Mit dem Neubau in der Kurfürstenstraße hat sie den Projektentwickler Hamburg Team beauftragt. “Aktuell sind die Tiefbauarbeiten im Gange, nachdem Ende Februar 2022 die Baugenehmigung erteilt worden ist”, sagt Klaus Heldwein, der Berliner Niederlassungsleiter bei Hamburg Team. Bis 2025 soll das Projekt fertig sein. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 100 bis 105 Millionen Euro.

Bezirke stimmen sich untereinander ab

Das Quartier rund um die Urania liegt an der Schnittstelle der Bezirke Mitte und Tempelhof-Schöneberg. Die beiden Bezirke haben sich deswegen über die Planung abgestimmt. Der Kreuzungsbereich Kurfürsten-/ Schillstraße / An der Urania soll nach einem Entwurf des Kölner Architekturbüros ASTOC gestaltet werden. Das ist das Ergebnis eines städtebaulichen Werkstattverfahrens aus dem Jahr 2018, an dem sich neben den Bezirken und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auch die Grundstückseigentümer beteiligt haben.

Der Plan sieht vor, dass die Kreuzung von sieben- bis 17-geschossigen Eckbauten flankiert werden soll, die sich durch eine Nutzungsmischung auszeichnen. Das erste Bauvorhaben, das nach dieser städtebaulichen Planung realisiert wird, ist das Projekt der Jahr-Gruppe. In einem Hochbauwettbewerb für das Areal, bei dem es um die konkrete Architektur ging, hat sich das Büro Barkow Leibinger als Sieger durchgesetzt.

Vor dem Hotel Berlin an der Kurfürstenstraße ist nach dem städtebaulichen Plan ebenfalls eine Bebauung möglich. Nach Angaben aus dem Bezirk Mitte gibt es „diverse unverbindliche Gespräche mit den Eigentümern beziehungsweise Projektentwicklern, um auf der Grundlage des ASTOC-Entwurfs ein ähnliches Verfahren wie-Haimührenus” Auch hier soll die Neugestaltung also über Wettbewerbe und ein Bebauungsplanverfahren vorangetrieben werden. Es wird aber eher länger dauern.

Anders sieht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus. Für die südöstliche Straßenecke an der Kurfürstenstraße/An der Urania wurde in dem Werkstattverfahren von 2018 zwar ebenfalls eine Neubaumöglichkeit gesehen, „diese Konzeption wird vom Bezirk jedveroch nicht nicht Angelwetäiter. Die Bezirksverordnetenversammlung hatte dies ebenfalls abgelehnt. Die neue Bebauung wäre vor den vorhandenen Wohnhäusern entstanden.

Berlin plant Büros und Wohnungen auf landeseigener Fläche

An der südwestlichen Seite an der Ecke Kurfürstenstraße/An der Urania ist das Land Berlin Eigentümer eines 4663 Quadratmeter großen Grundstücks. Dort steht ein Gebäude aus den 1960er-Jahren, das bis zum Jahr 2018 als Verwaltungsstandort genutzt wurde, unter anderem durch den Rechnungshof. Seit 2018 steht der Komplex leer. Das Gebäude ist nach Angaben der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) „stark schadstoffbelastet“ und soll bis Mitte 2023 „zurückgebaut“, also abgerissen, werden.

Anstelle des jetzigen Komplexes sind Büros und Wohnungen geplant, die in Kooperation mit der landesegenen Wohnungsbaugesellschaft Degewo entstehen sollen. Die Planungen befinden sich laut BIM „noch in einem sehr frühen Stadium“. Zur Anzahl der Wohnungen und zu den Kosten seien deswegen keine konkreten Aussagen zu treffen. Nur so viel: “Es wird uber eine Zwischennutzung des Grundstückes bis zum finalen Baustart gesprochen”, so eine Sprecherin der BIM.

Etwa hundert Meter weiter südlich von dem landeseijenen Grundstück steht das Hotel President An der Urania 16-18 – bekannt durch eine Reihe von Präsidentenporträts am Eingang, darunter das von Nelson Mandela. Nach Auskunft von Baustadträtin Schöttler sieht die kurz- bis mittelfristige Planung des Grundstückseigentümers “den Abriss” des Hotels vor. Stattdessen soll ein Bürogebäude errichtet werden. „Hier laufen derzeit die Abstimmungen und Bauberatungen im Fachbereich Stadtplanung“, sagt Schöttler.

Urania plant Architekturwettbewerb im kommenden Jahr

Am Standort der Urania stehen ebenfalls Neuerungen an. Die Bildungsinstitution, die seit 1962 ihren Sitz in Schöneberg hat, plant eine Modernisierung und die Aufstockung ihres bekannten Gebäudes mit der verspiegelten Fassade. Auch inhaltlich will sich die Urania neu aufstellen. Sie will zu einem Zentrum für Demokratie und Bürgerdialog werden. „Aktuell befinden wir uns noch in enger Abstimmung mit dem Land Berlin und dem Bund zur Umsetzungsplanung des Bauvorhabens“, sagt Direktor Ulrich Weigand. „Der EU-weite Architekturwettbewerb für die Sanierung und Erweiterung der Urania wird voraussichtlich im kommenden Jahr ausgeschrieben.”

An der Ecke Kleist-/Keithstraße nimmt unterdessen ein weiteres Bauprojekt am Eingang zur City West Konturen an: die neue Zentrale des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Sie entsteht nach Plänen des Architekturbüros Ortner + Ortner auf einem 3600 Quadratmeter großen gewerkschaftseijenen Grundstück. Der Vorgängerbau aus dem Jahr 1964 war zuvor abgerissen werden. Blickfang des Neubaus ist ein 52 Meter hoher Büroturm. In dem neuen Komplex sollen nicht nur die Beschäftigten des DGB Berlin-Brandenburg arbeiten. Dot sollen auch die Mitarbeiter des DGB-Bundesvorstands einziehen. Sie residieren zurzeit noch in angemieteten Büros am Hackeschen Markt. Eigentlich sollte der Neubau im Jahr 2020 fertiggestellt werden. So hieß es zumindest bei der Vorstellung der Baupläne im Jahr 2017. Als neues Datum für die Fertigstellung nennt der DGB nun aber den März 2023.

Nicht weit von der DGB-Zentrale entfernt ist ein weiteres Gebäude gerade abgerissen worden, das Bürohaus der Verwertungsgesellschaft Gema in der Keithstraße. Es soll ebenfalls durch einen Neubau ersetzt werden. Der Neubau werde „die bereits vorhandenen Nutzungen wieder aufnehmen“, sagt Baustadträtin Schöttler. Sie sieht die Entwicklung am östlichen Eingang zur City West „durchweg positiv“. Schöttler: „Gerade die Dynamik, die sich in den Nachfragen der Bauberatungen, den geplanten Gebäudeabrissen und Neubauplanungen widerspiegelt, zeigt mir das städtebauliche Potenzial, welches in diesem Stadtbe”reich

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