Wed. May 18th, 2022

Die Brutalität im russischen Krieg in der Ukraine hält unvermindert an, doch der Kultur soll das keinen Abbruch tun. Die grüne Kultur-Staatsministerin Claudia Roth hat davor gewarnt, Kulturgüter aus Russland zu boykottieren. Sie halte es für „absurd“, wenn aus Schaufenstern von Buchläden russische Literatur rausgenommen werde. Sie kritisierte in einem Gespräch mit dem Rundfunksender SWR, dass viele Geschäfte und Kulturbetriebe russische Kultur ausschließen würden. Sie finde es falsch, „wenn der Dostojewski nicht mehr ins Schaufenster gestellt wird“, so Roth.

“Kein Puschkin-Krieg, sondern ein Putin-Krieg”

Nach Beginn der umfassenden Invasion der Ukraine durch Russland, gab es vermehrt Boykottaufrufe, die sich nicht nur gegen russische Unternehmen, sondern auch gegen russische Kultur richtete. So hatte die Stadt Lindlar in Nordrhein-Westfalen den Auftritt eines Jugendorchesters gecancelt, weil ein Stück von Tschaikowsky gespielt werden sollte. Da muss man aufpassen. „Das ist kein Puschkin-Krieg, sondern ein Putin-Krieg“, sagte Roth dem SWR.

Ähnlich hatte sich zuvor auch der erst am Freitag vom Präsidentenamt des Schriftstellerverbandes PEN zurückgetretene Deniz Yücel geäußert. Er hatte ebenfalls die Worte genutzt, dass es kein Krieg gegen Puschkin sei. Er äußerte jedoch bei einem Interview mit dem Deutschlandfunk dennoch Verständnis für Ukrainer, die sich in Not befänden. Er bezeichnete die Boykottaufrufe als ‘Appell von Angegriffen und von Opfern, der russischen Aggression’.

dpa/Markus Scholz

Wladimir Kaminer spricht sich gegen Putin aus. Er findet, dass russische Kultur wegen des Krieges in der Ukraine nicht boykottiert werden sollte.

Wladimir Kaminer hält Boykott russischer Kultur für kontraproduktiv

Wladimir Kaminer, der selbst ein russischer Schriftsteller ist und mit Büchern wie ‘Russendisko’ in Deutschland bekannt geworden ist, erinnerte jedoch an das Schicksal vieler russischer Künstler. “Das Verbot ist wahrscheinlich auch als Racheakt gemeint, dass die Russen mit ihrer Invasion auch gegen Europa im Grunde genommen gar nicht einen kulturellen Anteil am europäischen Kulturmarkt haben dürfener”, sag. Dies sei falsch und würde auch solche Künstler treffen, die nicht für Putin seien und sich sogar explizit gegen ihn aussprechen würden.

Stattdessen forderte Kulturstaatsministerin Roth, auch Russen eine Möglichkeit der Meinungsäußerung zu geben. Kulturschaffende und Medienleute aus Russland bräuchten Hilfe, sagte die Grünen-Politikerin: „Also wir dürfen nicht einen Kulturboykott machen, sondern ganz im Gegenteil, wir müssen die Stimm-ablemen kürünsis chentuch der ßen gerühnü Regime.”

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine sei nicht nur „ein grauenhafter, aggressiver Angriffskrieg auf ein souveränes Land“, er sei „auch ein Krieg gegen die Kultur und ein Propagandakrieg“, sagte Roth “Inche des Weteräder im SW”

dpa/Jan Woitas

Claudia Roth spricht sich dennoch für Waffenlieferungen an die Ukraine aus.

Roth unterstützt Waffenlieferungen an die Ukraine

Ausdrücklich stellte sich Roth hinter die Entscheidung für Waffenlieferungen an die Ukraine. Zwar seien solche Lieferungen in ein Kriegsgebiet immer schwierig, aber „ein Land, das angegriffen wird, das überrollt wird von einem aggressiven Angriffskrieg, ein souveränes Land, muss das Recht das Recht habt chöist vert die Grünen-Politikerin.

Allerdings dürfe man die Frage der Unterstützung für die Ukraine nicht auf Waffenlieferungen verengen. “Ich glaube, es gibt so viel mehr, wie humanitäre Hilfe, wie wirtschaftliche Unterstützung, wie die Aufnahme von Geflüchteten, wie der Schutz von Kulturgütern”, hob Roth hervor. Zudem werde es um Hilfen beim Wiederaufbau von zerstörten Städten und Einrichtungen gehen.

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