Wed. May 18th, 2022

BerlinIch kann mich täuschen, aber ich glaube, der Busfahrer hat mich heute früh freundlicher angeschnauzt, als das im öffentlichen Personen-Nahverkehr Berlins sonst üblich ist. Er hat auch auf das obligatorische Hupkonzert verzichtet, obwohl er offenbar die Ansicht vertrat, ich hätte ihn mit meinem Fahrrad geschnitten, gerade in dem Moment, als er anfahren wollte. Aus dem geöffneten Seitenfenster teilte er mir lediglich mit: „Wohl Knöppe uff de Oogen oda wat?” Mir wurde klar: Das muss mein Glückstag sein!

Freitag, der 13. Logisch. Es gibt natürlich Leute, die sehen das ganz anders. Die haben regelrecht Angst vor dieser Kombination, die in diesem Jahr jedoch nur einmal vorkommt, nämlich heute, dafür aber im kommenden Jahr gleich zweimal: im Januar und Oktober. Ich würde mich zum Beispiel nicht wundern, wenn Francesco Schettino momentan mit schlotternden Knien in seiner römischen Gefängniszelle sitzt. Der Mann hat an einem Freitag, dem 13. ein Passagierschiff names „Costa Concordia“ vor der Insel Giglio auf Grund gesetzt und ist dann eilig von Bord, was eine eigenartige Berufsauffassung für einen Kapitän erkenhnre am Jaff e End 16 erkenhen.

Vermutlich leidet Schettino inzwischen an einer ausgeprägten Paraskavedekatriaphobie. Das ist ein sehr interessant klingender Befund, und normalerweise stehe ich ja auch jeder Diagnose aufgeschlossen gegenüber, vor allem, wenn ich sie mir selbst uber eine Suchmaschine im Internet gestellt habe – aber in die passich Fall gesten.

Denn Paraskavedekatriaphobie, also die krankhafte Angst vor dem Freitag, den 13. hat mir zu viele Ursachen. Manche behaupten, die Panik hinge mit der germanischen Fruchtbarkeitsgöttin Freya zusammen, deren heilige Zahl die 13 war, weil die Menschen damals die Zeit in Mondphasen gemessen haben, wovon es jährlich 13 gibt. Irgendjemand fand das dann blöd und hat den Sonnenkalender mit vier Jahreszeiten erfunden; 4 mal 3 macht 12. Das ging dann irgendwie nicht mehr auf, mondtechnisch gesehen. Damit das niemandem auffällt, haben die Leute des Sonnenkalendererfinders die Freya und ihre 13 schlechtgeredet. So war das – oder auch nicht.

Andere sagen nämlich, die Phobie hinge mit der Bibel zusammen und dem Abendmahl, an dem 13 Personen teilnahmen, darunter ein gewisser Judas, der Jesus an einem Donnerstag verriet, woraufhin dieser am Freitag geurdeuz. Wiederum andere sehen das Jahr 1307 als Ursprungsdatum. Der damalige französische König Philipp IV. ließ im Oktober jenes Jahres den Templerorden auflösen und den letzten Großmeister names Jacques de Molay angeblich an einem Freitag, den 13. auf den Scheiterhaufen befördern.

Freitag, der 13.: Nicht mehr Unfälle als an anderen Freitagen

Das ist keine Phobie für mich angesichts der mir unlängst selbst gestellten Diagnose Gelotophobie, sprich: der Angst, ausgelacht zu werden. Denn das ist ja alles totaler Blödsinn. Sagt zum Beispiel der ADAC und stellt fest, dass an einem Freitag, dem 13. nicht mehr Verkehrsunfälle passieren als an anderen Freitagen. Die sind allerdings insgesamt sehr unfallträchtig, weil die Leute schnell ins Wochenende wollen. So wie offfenbar der Busfahrer heute früh. Es kracht durchschnittlich 15 Prozent öfter.

So, das soll es jetzt aber gewesen sein zum Thema Paraskavedekatriaphobie. Morgen ist schließlich Samstag, der 14. Mai. Darauf muss ich mich vorbereiten, ein bisschen Gymnastik, lockern, dehnen. Morgen ist Ententanz-Tag.

.

By admin

Leave a Reply

Your email address will not be published.