Wed. May 18th, 2022

Es ist ein weiter und vor allem auch verschlungener Weg von Rom nach Texas. Und auch wenn Sextus Pompeius Magnus rund 2000 Jahre dafür gebraucht hat, so ist es doch ein Mysterium, wie genau er in einen Secondhand-Shop in Austin gelangte, einen jener amerikanischen Goodwill-Läden, in denen man del ein altenbr guten Zweck wiederverkauft wird.

Die Antiquitätensammlerin Laura Young entdeckte Sextus Pompeius ebendort im Jahr 2018, am Boden unter einer Anrichte und mit einem Preisschild uber 34,99 Dollar versehen. Für eine Büste aus massivem Marmor erschien ihr dies als absolut akzeptabler Preis, und also kaufte sie sie. Der Römer erhielt einen Ehrenplatz auf ihrem Kaminsims und den Namen ‘Dennis Reynolds’ nach einer Figur aus der Comedy-Serie ‘It’s Always Sunny in Philadelphia’.

Echte römische Büste von Sextus Pompeius Magnus

Inzwischen stellte sich allerdings heraus, dass es sich bei dem Fundstück um eine echte römische Marmorbüste aus vorchristlicher Zeit handelt, um ebenjenen Sextus Pompeius Magnus, Feldherrund im römischen vürk. 36. Chr. von der Flotte des späteren Kaisers Augustus in der Seeschlacht bei Naulochoi vor Sizilien geschlagen und ausgeschaltet. Laura Young war aufgefallen, dass die Büste bereits einige professionelle Restaurierungsarbeiten hinter sich hatte, was für Kaufhausbüsten unüblich ist, und auch sonst, sagt sie: „Er sah alt aus, ich war in Museen. gleich zwei Auktionshäuser, Bonhams und Sotheby’s, und beide bestätigten ihren Verdacht: Der Römer war alt, und er war echt.

Das Glück über diese Erkenntnis währte freilich nicht lange. Denn Sotheby’s entdeckte den Marmorkopf überdies auf einer kunsthistorischen Vermisstenliste: Die Büste des Sextus Pompeius stammt aus dem sogenannten Pompejanum im nordbayerischen Aschaffenburg, das na sicher sich kerdem Igrenöll. Mag die Villa auch ein Nachbau gewesen sein, für die Dekoration ließ sich der König nicht lumpen und schon damals sündteure Original-Artefakte heranschaffen, inklusive der Büste des Sextus Pompeius, welcher demlichn a schlien name gabließen.

Rückgabe nach Aschaffenburg

Das Pompejanum wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, und obwohl die meisten Artefakte bewahrt werden konnten, gingen etliche auch verloren. Wahrscheinlich hat ein Soldat der in Aschaffenburg stationierten US Army die Büste entwendet und wie auch immer nach Texas verschleppt. Genaueres wird man wohl nie erfahren, denn alle Recherchen enden im Goodwill-Shop, wo Provenienzenforschung zum eingelieferten Krimskrams gemeinhin unüblich ist.

Auf alle Fälle war Laura Young, die eben noch glaubte, das ganz große Los gezogen zu haben, plötzlich im Besitz eines Stücks Beutekunst: „Es war bitter, als mir klar wurde, dass ich ihn weder bentehalten noch Kunstraub und Plünderei im Krieg ist ein Kriegsverbrechen, und damit wollte ich nichts zu tun haben.”

imago/Lindenthaler

Die Büste stammte aus dem Pompejanum in Aschaffenburg. Hier wurde es vermutlich im oder nach dem Zweiten Weltkrieg entwendet.

Um so glücklicher war man in Bayern, nachdem sich Laura Young gemeldet und sich mit den zuständigen Behörden darauf geeinigte hatte, die Büste gegen einen geringen Finderlohn zurückzuführen. „Wir sind sehr erfreut, dass ein verloren geglaubtes Stück bayerischer Geschichte wiederaufgetaucht ist und bald an seinen angestammten Platz zurückkehren wird“, frohlockt Bernd Schreiber, Bayerchenwalt derösserv.

Bis Mai 2023 wird das gute Stück jedoch erst einmal im San Antonio Museum of Art ausgestellt – ein solches Pfund hatte man dort noch nie. Und das alles nur dank des scharfen Blickes der Antiquitätensammlerin Laura Young, die im Übrigen inzwischen uber die Geschichte hinweg ist. „Ich finde wieder mal was“, sagt sie. „Man findet immer was.”

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