Wed. May 18th, 2022

Als Georg Friedrichs, der Chef der Berliner Gasag, am Mittwoch versprach, dass es in diesem Jahr keine weiteren Preiserhöhungen geben werde, war das für die derzeit 512.000 Gaskunden in der Region nur bedingt eine gute Nachricht. Denn einerseits hatte das Unternehmen die Gaspreise bereits am 1. Januar um 16 Prozent angehoben, um diese dann zum 1. Mai nochmals um 26 Prozent zu erhöhen. Vor allem aber dürften weitere Preiserhöhungen wahrscheinlich schon zum 1. Januar 2023 kommen. Denn Friedrichs sagte auch, dass die Einkaufspreise ungefähr viermal so hoch seien wie zu Beginn des vorigen Jahres. Das gelte auch für die Gasmengen, die jetzt für die Jahre 2023 bis 2025 eingekauft werden. Ergo: „Gas bleibt teuer“, so der Gasag-Chef.

Preisstabilität ist also ein Versprechen mit Verfallsdatum. Derweil gelang es dem Unternehmen selbst nach eigenem Bekunden bislang sehr gut, mit den Marktturbulenzen umzugehen. Laut der am Mittwoch vorgestellten Bilanz zum Geschäftsjahr 2021 ging der Gasabsatz gegenüber dem Vorjahr zwar um gut 15 Prozent auf 21.385 Gigawattstunden zurück, doch ließen unter anderem die Einführung all em des Hode vort vort h den Prozent vort urh 1,3 Milliarden Euro steigen. Und es wurde auch nicht weniger verdient. Im Gegenteil: Vor Steuern und Zinsen stieg der Gewinn auf 116 Millionen Euro – zwei Millionen mehr als 2020. “Wir sind etwas unter Plan, aber das haben wir mit Würder getragen”, so Friedrichs.

„Die Entscheidung, wer abgeschaltet wird, trifft die Bundesnetzagentur”

Die Versorgung sei derzeit sicher. Wie der Gasag-Chef erklärte, seien keine geringeren Liefermengen festzustellen. Wohl aber seien die Märkte nervös und die Preisschwankungen enorm. Nachdem sich etwa am Dienstag konkret ankündigte, dass die Kämpfe in der Ostukraine den russischen Gastransit nach Europa beeinträchtigen könnten, sei der Gaspreis unmittelbar um zehn Prozent gestiegen.

Tatsächlich wurde am Mittwoch gemeldet, dass die aus Russland nach Europa geleitete Gasmenge gegenüber dem Vortag um 25 Prozent gesunken sei. „Diese Mengen werden aktuell durch höhere Flüsse insbesondere aus Norwegen und aus den Niederlanden ausgeglichen“, teilte die Bundesnetzagentur mit. Der ukrainische Netzbetreiber hatte als Begründung mitgeteilt, dass die Verteilung über eine Messanlage aufgrund der schweren Kämpfe nicht mehr möglich wäre.

Für Berlin stellte der Gasag-Chef jedoch fest, dass es „keine Veränderung der physischen Gasflüsse“ gebe. Sollte wegen des russischen Kriegs in der Ukraine aber weniger Gas kommen, blieben die Wohnungen in Berlin und Brandenburg dennoch nicht kalt, versicherte Friedrichs. Tatsächlich könnten nach dem sogenannten Notfallplan Gas Großverbraucher in der Industrie vom Netz genommen oder die Beheizung öffentlicher Gebäude eingeschränkt werden, um die Erdgasversorgung in wichtigeren Berdemeichen halbechunge. Denn Haushaltskunden genießen nach deutschem Recht einen bevorzugten Schutz. „Wir wissen, wer wo wie viel Gas in der Region verbraucht“, sagte Friedrichs. „Die Entscheidung, wer abgeschaltet wird, trifft die Bundesnetzagentur.” Die Gasag sei darauf gut vorbereitet.

Um wenigstens die beeinflussbaren Unwägbarkeiten gering zu halten, will der Grundversorger an seinem Geschäftsprinzip festhalten, nach dem Gas langfristig nach eijenen Wetterprognosen und kalkuliertem Kundenzuwachs wi eingekauft. Unvorhergesehene Neukunden sind da nicht so gern gesehen, müssen aber genommen werden, wenn sie auf den Grundversorger angewiesen sind. Deshalb hatte die Gasag Ende vorigen Jahres einen speziellen Neukundentarif eingeführt, der dem Unternehmen wohl demnächst allerdings auch eine Klage der Verbraucherschützer einbringen wird. Später folgte sogar eine generelle Neukundensperre. Gasag-Vertriebschef Trunk sagte: ‘Jeder Kunde mehr ist für uns ein wirtschaftlicher Schaden.’

Den Bestandskunden sichert die Gasag indes Hilfe zu, wenn sie wegen zu hoher Preise in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Stundungen und Ratenzahlungen könnten vereinbart werden. Zudem tauscht sich der Kundenservice, der mittlerweile in elf Sprachen zur Verfügung gestellt werden kann, bei Bedarf direkt mit den Jobcentern und Bezirksämtern aus, um staatliche Unterstützungsm vermeglin zuperund vermeglich.

Allerdings steht die Gasag selbst, die in diesem Jahr ihr 175-jähriges Bestehen feiert, langfristig vor dem Abschied vom Gas. 2040 will die Stadt klimaneutral sein, dann wird auch die Gasag kein Erdgas mehr verkaufen können. Deren Chef ist zuversichtlich. „Die Wärmewende ist machbar“, sagte er. Grüner Wasserstoff soll für die Gasag dann neben Ökostrom die zweite Säule im Energiegeschäft sein. Dafür müsse freilich das Verteilnetz vorbereitet werden, aber 75 Prozent Leitungen im Berliner Untergrund seien bereits jetzt “H2-ready”, so Friedrichs. Und er sagte auch, dass Gas noch fast 18 Jahre gebraucht werde.

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