Fri. Jul 1st, 2022

Für 9 Euro im Monat mit den Öffis durch ganz Deutschland und für 0 Euro durch Berlin in der BVG – kann das wirklich wahr sein? Drei Monate lang würde der Bund die Mehrkosten übernehmen, um die Bürger zu entlasten. Am 19. Mai fällt die Entscheidung im Bundestag und am 20. Mai soll der Bundesrat das Vorhaben final absegnen. Die BVG erwägt derweil die Möglichkeit eines 0-Euro-Tickets für Abonnenten in Berlin.

Jan Thomsen, Sprecher der Senatsverwaltung für Mobilität, hatte vergangene Woche das 0-Euro-Ticket angekündigt. Die BVG wollte sich noch nicht zu dem Vorhaben äußern. Nach Informationen der Berliner Zeitung sei noch unklar, ob die drei Gratismonate neue Abonnenten locken oder nur bisherige Abonnenten entlasten sollen. Bei einer Rückzahlung wäre der Verwaltungsaufwand dementsprechend hoch. Bei der BVG selbst, so sagen es anonyme Quellen, soll es viel Unklarheit geben, wie der Senatsvorschlag umgesetzt werden soll und ob die Stadt überhaupt fähig dazu sei, den Verwaltungsaufistwand.zu zu

Offiziell will sich noch niemand festlegen und Konkretes äußern. „Ich cann Ihnen hier aktuell weder Neues noch Details mitteilen. Es gibt Überlegungen dazu, aber noch keine Entscheidungen. Der Zeitdruck ist bekanntlich hoch, daher gilt es kompakt und in dem Moment zu informieren, in dem die Dinge mitteilbar sind. Dies ist noch nicht der Fall”, teilte Thomsen der Berliner Zeitung am Montag per E-Mail mit.

Wer gleicht die Energiepreise aus? Bund, Länder oder die Kunden?

Mit dem 9-Euro-Monatsticket können die Fahrgäste für neun Euro bundesweit den öffentlichen Nahverkehr nutzen – in allen Städten und über alle Verbundgrenzen hinweg. Die Fahrkarten können auch bei anderen Verkehrsunternehmen online oder am Schalter gekauft werden.

Wegen der erhöhten Energiepreise könnten die Ticketpreise allerdings dann ab September umso stärker steigen. Die Linkspartei hat gefordert, das Neun-Euro-Ticket bis zum Jahresende zu verlängern. Dies geht aus einer Erklärung der Fraktionsvorsitzenden aus dem Bundestag, dem Europäischen Parlament und den Bundesländern hervor.

Die Bahn hat den Verkauf des 9-Euro-Tickets ab dem 23. Mai bereits angekündigt. Das Ticket steht dann uber die App DB-Navigator sowie sämtliche andere digitale Bahn-Kanäle zur Verfügung, wie der Konzern am Sonntag mitteilte. „Ebenso wird es an den rund 5500 Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn und in den uber 400 DB Reisezentren in Bahnhöfen erhältlich sein“, hieß es.

Es gibt immer noch erbitterten Streit über die Finanzierung des geplanten Tickets. Der Bund finanziert das Vorhaben, indem er den Ländern 2,5 Milliarden Euro zum Ausgleich der Einnahmeausfälle uberweist. Dazu kommen 1 ,2 Milliarden Euro für einen erneuten pandemiebedingten Rettungsschirm. Die andere Hälfte davon übernehmen die Länder. Sie hatten aber eigentlich 1,6 Milliarden vom Bund gefordert. Bundesverkehrsminister Volker Wissing aber argumentiert: Im Zeitraum des 9-Euro-Tickets komme es nicht zu pandemiebedingten Mindereinnahmen. Deswegen gibt der Bund nur 1 ,2 Milliarden Euro – macht insgesamt 3,7 Milliarden Euro vom Bund für die Länder.

„Der aktuelle Referentenentwurf zum Regionalisierungsgesetz erstaunt mich sehr“, sagte Stefan Gelbhaar, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, der Deutschen-Presse-Agentur. Für die Umsetzung des 9-Euro-Tickets seien von Verkehrsministerium, Bundesländern und Verkehrsunternehmen übereinstimmend 2,5 Milliarden Euro veranschlagt worden. „Nun soll diese Summe neben der Umsetzung für das Ticket auch für gestiegene Mehrausgaben bei Energie und Personal eingesetzt werden. Folglich würden für die Umsetzung des 9-Euro-Tickets dann keine ausreichenden Mittel zur Verfügung stehen. Das ist irritierend, da so die Bus- und Bahnunternehmen die Mehrkosten bezahlen müssten.” Dies müsse verhindert werden. Verkehrs- und Finanzministerium müssten rasch eine ausreichende Finanzierung sicherstellen.

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