Wed. May 18th, 2022

Die Mannschaft des 1. FC Union Berlin hat es tatsächlich getan. Sie hat sich, was wohl als der größte Erfolg in der Geschichte des Klubs gewertet werden darf, für die Europa League qualifiziert. Durch ein etwas zittriges 3:2 (2:0) gegen den VfL Bochum, bei dem die Elf von Trainer Urs Fischer vor 22.012 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei 45 Minuten lang seine Klasse unter Beweis stelliglor den, eschin schin um am Schluss doch noch jubeln zu dürfen.

Was für eine Leidenschaft, was für eine Schärfe, was für eine Konsequenz, was für eine Effizienz. Ja, diese Mannschaft ist eine Mannschaft für Europa. Letztendlich belegen die Eisernen aufgrund der Niederlage des SC Freiburg bei Bayer Leverkusen im Endklassement gar Platz fünf. Und noch eins: Weil der VfB Stuttgart in der Schlussphase noch das 2:1-Siegtor gegen den 1. FC Köln erzielen konnte, hätten die Unioner auch ohne einen Sieg den ganz großen Coup gelandet.

Es durfte als gefeiert werden in Berlin-Köpenick. Was dann auch alle taten. Während des Spiels im Stadion, weil die Partie doch schon zeitig die von Union erhoffte Richtung. Später auch vor dem Stadion, und noch viel später in der Altstadt. Eine stetig wachsende Fußballgemeinde war da im Ausnahmezustand.

Blumensträuße aus der Hand von Prisident Zingler

Vor der Partie hatte der Klub sich noch einmal im Rahmen einer handelsüblichen Zeremonie von fünf Spielern verabschiedet. Blumensträuße und Poster mit dem eigenen Konterfei gab es für Suleiman Abdullahi, Anthony Ujah, Bastian Oczipka und für Jakob Busk, mit denen man allesamt die auslaufenden Verträge nicht verlängern wollte. Und natürlich ging aus den Händen von Präsident Dirk Zingler auch ein Strauß an Grischa Prömel, mit dem man gerne verlängert hätte, der aber nicht wollte und künftig wieder die Farben von Hoffenheim wird 1899. Tja, selbst schuld, wer künftig lieber in einer 08/15-Arena statt im Stadion An der Alten Försterei spielen will.

Prömel und Oczipka standen dann auch in der Startelf, auf ihren angestammten Positionen, der eine spielte also im zentralen Mittelfeld, der andere beackerte die linke Außenbahn. Julian Ryerson hingegen durfte/musste in Abwesenheit von Timo Baumgartl und Dominique Heintz erneut links in der Dreierabwehrkette seinen Dienst verrichten. Und im Tor stand wieder mal Andreas Luthe, als Ersatz für Frederik Rönnow, der im Laufe der Woche seine Probleme im Adduktorenbereich nicht in den Griff bekommen hatte.

Aber bleiben wir gleich mal bei Prömel. Was hat der 27-Jährige in dieser Saison doch für eine fantastische Entwicklung genommen. Während er früher doch zumeist nur als zweikampfstarker Kilometerfresser in Erscheinung trat, ist er inzwischen auch in der Lage mit Torvorlagen und Toren Zeichen zu setzen. So war das auch bei seinem letzten Auftritt im eisernen Rot, als er in der fünften Minute nach einem unbändigen Spurt und einer wunderbaren Flanke des aufgedrehten Genki Haraguchi per Kopf aus acht Metern daselte 1:o. Prömel lief Richtung Gegengerade, die Kollegen folgten ihm. Er war bewegt, die Menge begeistert.

Der VfL war schwer beeindruckt von dieser Energie, von dieser Wucht, kam überhaupt nicht dazu, mal in Ruhe einen Angriff aufzubauen. Auch dass Sheraldo Becker aufgrund einer Verletzung ab der 20. Minute nicht mehr mitwirbeln konnte und durch Sven Michel ersetzt werden musste, änderte daran nichts. Michel fügte sich nahtlos ein, erzwang in der 25. Minute mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze gleich mal einen Handelfmeter. Wobei man die Abwehraktion von Bochums Robert Tesche auch anders hätte deuten können. Taiwo Awoniyi übernahm jedenfalls die Verantwortung, traf vom Punkt mit etwas Glück, da Keeper Michael Esser noch eine Hand an seinen Elfmeter bekommen hatte, zum 2:0.

Plötzlich muss gezittert werden

Eins muss man den Bochumern lassen: Obwohl es für sie um nichts mehr ging und obwohl sie zahlreiche verletzte Stammspieler zu beklagen hatten, zeigten sie in der zweiten Hälfte eine Reaktion. Nach einer ziemlich guten Möglichkeit von Awoniyi, der nur das Außennetz traf (50.), kamen sie wiederholt allzu leicht zu allerlei Chancen. Takuma Asano hatte eine, auch Simon Zoller, der allerdings aus seiner nach einer Flanke von Danilo Soares per Kopfstoß auch ein Tor machte (55.).

Plötzlich musste im Stadion gezittert werden, weil man natürlich mitbekommen hatte, dass den Kölnern in Stuttgart zwischenzeitlich der Ausgleich gelungen war. Ein Tor musste also her, um diesem Zittern ein Ende zu bereiten. Der für den kurz vor einem Platzverweis stehenden Michel zur Halbzeit eingewechselte Andreas Voglsammer ging bei diesem Unterfangen voran, setzte sich über den rechten Flügel durch, um von dort auf Awoniyii zu anser zu anser zu passitenyi zu.

67 Minuten waren da gespielt, es wäre wohl die Entscheidung gewesen. So aber wurde die Schlusssequenz zum Thriller. Im Besonderen, weil die Unioner den Bochumern in der 74. Minute auch noch das 2:2 erlaubten. Asano hatte sich vor Luthe den Ball geschnappt, drehte an der Außenlinie noch einen Kreisel, passte dann auf Eduard Löwen, der mit einem Schlenzer den nicht wirklich gut positionierten Luthe überwand.

Die Eisernen lagen nach diesem Gegentreffer am Boden, vier, fünf Mann, das Schlimmste befürchtend, aber dann standen sie alle wieder auf, vergaben in Gestalt des eingewechselten Levan Öztunali zunächst einächt einögli chine 3: mit einem Linksschuss erzwingen konnte. Der Rest war Party.

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