Fri. Jul 1st, 2022

Es ist nicht nur der Krieg in der Ukraine – auch Auswirkungen der Corona-Krise und die weiter ansteigende Inflationsrate machen Unternehmen zu schaffen. Infolge dessen schwanken die Börsenkurse. „Viele Anleger sind zurzeit verunsichert“, sagt Theresa Hauck, Finanzexpertin und Gründerin der Investmentplattform Econos. Wer investiert, fragt sich, was nun die richtige Strategie ist. „Das Wichtigste ist, nicht in Panik zu verfallen und überstürzt zu verkaufen“, sagt Hauck. Ein Überblick, wie sich die Krisen auf Aktien, Fonds, Lebensversicherungen oder Spareinlagen auswirken.

Aktien und Fonds: Auch wenn sich die Börsenkurse nach einem deutlichen Einbruch zu Beginn des Einmarsches Russlands in die Ukraine wieder erholt haben, schwanken die Kurse. „Unsichere Zeiten wie diese bedeuten aber nicht, dass Anleger ihre Strategie komplett verändern müssen“, sagt Hauck. Und auch die Verbraucherzentrale Niedersachsen weist auf das Risiko hoher Verluste hin, wenn Aktien bei sinkenden Kursen verkauft werden, und rät dazu, nicht von der mittel- oder langfristigen Anlagestrategie abzuichen. Denn erstens existieren Verluste bis zu einem Verkauf der Titel nur auf dem Papier. Und zweitens haben vergangene Krisen gezeigt, dass sich die Kurse immer wieder erholt haben. Dafür brauchen Anleger einen langen Atem.

Wann es sinnvoll sein kann, Aktien zu verkaufen

„Anders sieht es aus, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass sich ein bestimmtes Unternehmen oder eine ganze Branche nach einer Krise nicht mehr erholen wird”, so die Verbraucherschützer. Dann könne es sinnvoll sein, die eijenen Anteile abzustoßen. Das gelte auch, wenn einem die Sorge um den Aktienkurs den Schlaf raubt. “Jeder sollte sich selbst hinterfragen, wie viel Risiko er oder sie aushalten kann”, sagt Hauck.

Lebens- und Rentenversicherungen: Auf klassische Lebens- oder Rentenversicherungen haben Turbulenzen an den Finanzmärkten kaum Auswirkungen. „Einzig die Verzinsung der Versicherung richtet sich danach, was die Versicherungsunternehmen mit ihrem Kapital an den Märkten erwirtschaften“, erklärt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Fondsgebunde Lebens- oder Rentenversicherungen reagieren hingegen wie normale Aktienfonds auf die Entwicklung am Markt. Und genau wie bei den Aktien gilt auch hier: Ruhe bewahren und Krise aussitzen. Bei einem vorzeitigen Verkauf fallen hohe Kosten an.

Bei Spareinlagen auf deutsche Einlagensicherung achten

Tages- und Festgeld: Spareinlagen wie Tages- und Festgeld gehören zu den sehr sicheren Geldanlagen. Sparer bekommen garantiert ihre angesparte Summe zurück. Allerdings sind die Zinsen extrem niedrig, viele Banken zahlen auf Tagesgeldkonten gar keine Zinsen mehr. In Hinblick auf die hohe Inflation bedeutet das: Sparer können sich von ihrem Geld bei steigender Inflationsrate immer weniger kaufen, das Geld verliert an Wert, auch wenn die Summe die gleiche bleibt.

Achten sollten Verbraucher auf die deutsche Einlagensicherung. Die garantiert auch bei einer möglichen Pleite der Bank das Guthaben der Kunden bis zu 100.000 Euro. Das kann relevant sein, wenn es sich beispielsweise um eine Bank mit russischem Hintergrund handelt, die von Sanktionen betroffen ist.

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